«Facts» liegt in seinem neuen Layout auf dem Tisch ‚Äì und wir versuchen, den Schock in passende Worte zu fassen. Klobig, altmodisch, bieder, abstossend ‚Äì es sind viele Adjektive, die uns einfallen. Bloss: Alle Adjektive dieser Welt bringen nicht zum Ausdruck, wie schlecht der «Facts»-Relaunch tatsächlich ist.
Zum besseren Verständnis: «Facts» war bisher Topklasse ‚Äì wohlgemerkt, wir sprechen hier über das Erscheinungsbild und nicht über den Inhalt. Das alte «Facts»-Layout konnte es, einmal abgesehen vom Titellogo, mit allen aufnehmen. Es war schlicht, schön, stilvoll, modern, seriös, übersichtlich, leserfreundlich ‚Äì einfach perfekt.
Und jetzt dieser Relaunch!? Schon die Titelseite bietet uns einen wirren, hässlichen Mix aus Schriften und Schriftbildern, der seinesgleichen sucht. Ein weiteres «Lowlight» in Sachen Gestaltung ist die Doppelseite mit dem Inhaltsverzeichnis: Alles fettgedruckt (!), zu viele Versalien, zu wenig Zeilenabstand, unterschiedliche Spationierungen ‚Äì etwas vom Unleserlichsten, das wir je gesehen haben. In der Folge wirds zwar typografisch ein bisschen besser, aber noch lange nicht schön: Dunkelschwarze Linien unterschiedlichster Stärke, dunkelschwarze Umrandungen und dunkelschwarze, fette Schriftblöcke vermitteln bisweilen ein Bild, das uns an vieles erinnert, nur nicht an ein modern sein wollendes Nachrichtenmagazin.
Gespannt sehen wir uns an, was Chefredaktor Andreas Durisch zum Relaunch zu sagen hat? Im Editorial schreibt er:
Auf den ersten Blick hat sich «Facts» verändert: neue Gestaltung der Titelseite, neue Schriften, neue Architektur. Wir sind überzeugt, dass Ihnen das neue «Facts» schnell vertraut sein wird.
Lieber Herr Durisch, leider hat sich «Facts» auch auf den zweiten Blick verändert. Und ab dem dritten und vierten Blick tuts richtig weh.
Wer in Durischs Text nach Erklärungen zum optischen Neuanfang sucht, sucht vergebens. Anstatt ein paar Worte über das Wie und das Warum zu verlieren, konzentriert sich Durisch auf Inhaltliches und schreibt Sätze wie:
Wir entblössen versteckte Konfliktlinien oder beleuchten den Hintergrund aktueller Auseinandersetzungen. Dabei wollen wir uns an Fakten halten, sie prüfen und hinterfragen, bevor wir uns die Meinung machen. Meinungen sind kurzfristig interessant, der Macht des Faktischen kann sich auf Dauer niemand entziehen.
Bla bla bla. Austauschbarer (und unlogischer) gehts kaum mehr. Abgesehen davon wären wir froh, wenn sich die «Facts»-Macher künftig nicht nur an die Fakten halten «wollen» ‚Ķ
Zugegeben, richtig böse sein können wir Andreas Durisch für sein leeres Geschreibsel nicht. Was will man in seiner Position schon zum vorliegenden Relaunch sagen? Ausser «neue Gestaltung, neue Schriften, neue Architektur» würde uns auch nichts einfallen. Wir müssten lügen, wenn wir wie «Facts» unter «Internas» schreiben würden:
Im neuen Auftritt von «Facts» vereint er (Adrian Hablützel, der neue Artdirector) die Klarheit eines Nachrichtenmagazins mit der Sinnlichkeit eines Lifestyle-Magazins.
Eine Kreuzung, die nur im Desaster enden konnte.
Neuste Kommentare
News, die unsere Medien intere ssieren dürften. Wer wei [...]
Das artet ja langsam aus.
Peter Zieglers Replik zum BUND ! Meine (einmalige/ei [...]
Ich finde, @Leumund hat es drü ben bei Twitter hervorra [...]
Eine Gegendarstellung ohne Red aktionsschwanz? … dass i [...]